Donnerstag, 13. Januar 2022

 

Kontostand 01.01.2022



Anfang Januar, Zeit für einen Kassensturz. Der aufgenommene Kredit von 61.500€ ist voll investiert. Auf den Kontoauszügen finden sich folgende Zahlen:

Wertpapierdepot:                    76.661 €
Einnahmen aus Dividenden:        561 €   (brutto)
Estateguru:                                   273 €
Einnahmen aus Zinsen:                   13 €   (brutto)

In Summe ergeben sich folgende Werte:
Depot:                                          76.473 €
zu versteuernde Einnahmen:            573 €

Für den Ratenkredit wurden 648 € (376 € aus Kredit 1 plus 272 € aus Kredit 2) abgebucht, darin sind 92 € Kreditzinsen enthalten, der Rest ist Tilgung.

Da ich die Tilgung als Sparrate für mein Prepaid-Depot betrachte, stehen auf der Ausgabenseite nur die Kreditzinsen. Bei 25% Kapitalertragssteuer zuzüglich Soli ergibt sich nach Steuer folgende Situation (gerundet):
Ausgaben:           92 €
Einnahmen:       422 €      (nach Steuer)
Gewinn:              330 €      (nach Steuer)
 
Die Einnahmen im Dezember fielen etwas höher aus als geplant, was an den Sonderausschüttungen bei MAIN und BSTZ liegt. Sowas kommt auch vor. 

Gleichzeitig wurden die preferred shares ECCB zur Hälfte eingezogen und zurückbezahlt. Die andere Hälfte hat affe 70 über die Börse verkauft, eine Position unterhalb eines gewissen Mindestbetrags macht dann auch keinen Sinn.
Das Rückzahlen von preferred shares passiert dieser Tage häufiger, denn ab dem sogenannten call-date kann der Emittent unter bestimmten Bedingungen die Aktien einziehen und den festgeschriebenen Nennwert auszahlen. Hier werden Fluch und Segen der preferred shares deutlich: Mit der Rückzahlung muss sich der Anleger eine neue Anlage suchen, aber der bezahlte Nennwert ist bekannt und verlässlich. Das ist bei normalen Aktien nicht der Fall. Was eine Aktie eines fernen Tages für einen Wert hat, wird sich erst dann herausstellen, wenn man eines fernen Tages an der Börse einen Käufer sucht.
Angesichts niedriger Zinsen (und sich am Horizont abzeichnenden Zinssteigerungen) macht es für das Unternehmen durchaus Sinn, die alten, hochverzinsten preferred shares zurückzuzahlen und über irgend einen Weg neues, billigeres Kapital einzusaugen.

Langer Rede kurzer Sinn: ECCB ist raus aus dem Depot. Reingekommen sind die preferred shares NRZ.PRD, also die preferreds aus der Serie D von New Residential (NRZ). Bei NRZ handelt es sich um einen REIT aus dem Segment der Einfamilienhäuser, die frisch aufgelegten preferreds Serie D haben einen Nennwert von 25USD und werden zunächst mit 7% "fixed-rate" verzinst, wobei die Auszählung vierteljährlich erfolgt. Die Rückzahlung erfolgt am oder nach November 2026, je nach Wunsch von NRZ. Es handelt sich um ein "cumulative preferred share", was bedeutet, dass sich eventuell nicht bezahlte Dividenden akkumulieren und eines Tages ausbezahlt werden müssen. Die Inhaber der preferreds müssen bedient werden, bevor der Inhaber der regulare shares auch nur einen Cent Dividende bekommt. Die Nicht-Auszahlung der Dividenden der preferred shares kommen einer Insolvenz des Unternehmens gleich.
Interessant wird es nach dem call date am 15.11.2026: wenn die Papiere nicht eingezogen und zurückbezahlt werden, wird die fixed-rate-Verzinsung umgestellt auf eine floating-rate Verzinsung, die sich aus der Verzinsung 5jähriger US-Staatsanleihen plus 6.223% berechnet, oder kurz: US five-year-treasury + 6.223%.
Im Falle steigender Zinsen (die sich dann auf die 5jährigen Staatsanleihen durchschlagen werden) steigt der Coupon der Papier mit - solange NRZ nicht die Rückzahlung der 25USD pro Stück vorzieht. Der Korrektheit wegen sei erwähnt, dass affe70 die Papiere am Markt für etwas über 25 USD gekauft hat, womit die Rendite nicht ganz dem Coupon von 7% entspricht sondern bei etwa 6.9% liegt. Aber irgendwas ist ja immer.
Schön an dem Papier ist, dass sowohl die jährliche Ausschüttung, als auch der eines Tages zurückbezahlte Wert schon heute bekannt sind. Und sollten die Zinsen steigen, dann steigt die Dividende ab 2026 mit. Also sehr viel Sicherheit - solange es die Firma New Residential (NRZ) denn in 4 Jahren noch geben sollte. Aber mehr Sicherheit ist bei 7% Rendite heute nicht zu haben.

Das verlinkte Google Spreadsheet für Depot und Einnahmen ist aktualisiert.

3 Kommentare:

  1. Hallo, ich habe mir deine deine Übersicht angeschaut und auch die Idee dahinter ist genial. Sofort vollen Betrag für Zinseszins und Dividenden nutzen, dafür kleine Gebühr zahlen und über normalen "Sparplan" der anderen Art abzahlen.
    Wie sieht es heute dazu aus? Kurse sind ja gecrasht, aber deine Dividenden sind stabil oder?

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  2. Der Depotwert schwankt - was die positivste Formulierung ist, die mir hierzu einfällt, aber die Dividenden fließen erstmal stetig weiter. Oder: Die cashflow-Maschine hat an Marktwert verloren, funktioniert aber noch zuverlässig.

    Der Affe wünscht Dir, möglichst bald ein Korn zu finden, gern auch ein Doppelkorn, aber bloß kein Winterkorn!

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  3. In der Webversion des Blogs steht rechts ein Link zur Depotübersicht. Dabei handelt es sich um ein google-document, das je nach Browser etwas anders aussieht. Im Zweifel mit Chrome angucken.

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